Eröffnung des Jugendzentrums in Ausserd!
Es ist geschafft... Das Jugendzentrum wurde am 10. Dezember 2011 erfolgreich eröffnet.

Der Tag begann mit den Vorbereitungen für die Eröffnung, wir waren auf dem Markt und besorgten noch einige Dinge, wovon die meisten letztendlich nicht benötigt wurden. Anschließend kamen wir im Jugendzentrum an und betraten den Flur der schon "feierlich" mit den sahrauischen Flaggen geschmückt war. Auch der Gemeinschafts- / Versammlungsraum war vorbereitet, Einige Kleinigkeiten zu Essen und Getränke standen für den erwarteten Besuch bereit.
Nur der Rest war irgendwie... noch nicht fertig... die Stühle nicht zusammen gebaut, der Staub nicht abgewischt und die Tafeln nicht aufgestellt, aber dank fleißiger Unterstützung war auch dies schnell erledigt. Nach einer kurzen Mittags- und Erfrischungspause konnten sie kommen. Und Sie kamen. Schon 15.30 Uhr stand das algerische Fernsehen und die ersten Gäste vor der Tür, obwohl der offizielle Termin erst 16.00 Uhr war. Nach und nach kamen immer mehr Menschen zusammen, der Bürgermeister von Ausserd, die Bürgermeisterin von La Guera (der Bezirk), das saharouische Fernsehen, Mitglieder der UJSARIO und der Studierendenvereinigung, Kinder und Jugendliche aus Ausserd, Unterstützer_innen von anderen Willayas wie Zein oder Khalil, Maima und viele viele weitere z.B Mitglieder des autonomen Jugendzentrums und der WFDY. Nachdem Musa das Namensschild kurzer Hand mit einem Stein festhämmerte und zwei Kinder Milch und Datteln gereicht haben, wurde das Zentrum eröffnet erklärt.
Nachdem das Fernsehen erste Aufnahmen gemacht hat und alle Räume durch die Besucher besichtigt wurden, ging es ziemlich schnell zu den Reden über. Die anwesenden Bürgermeister_innen, die Verantwortlichen der UJSARIO von La Guera und Ausserd und dann die Vertreterin der Projektgruppe. Etwas aufgeregt meisterte sie ihre Aufgabe großartig, trotz das die geplante Rede, auf Grund der zweifachen Übersetzung, etwas gekürzt wurde. Dann gab es noch Interviews zu geben und anschließend war das erstemal Zeit, um ein Feedback zu bekommen.
Es war positiv. Der Bau, die Idee, die Visionen, alles wurde gelobt. "Ich habe es in den Gesichtern der Mädchen gesehen, dass sie sehr froh über dieses Zentrum sind.", war eine der Aussagen,die wir anschließend gehört haben.
Es war ein gelungener Start, um aus dem Zentrum einen Ort der Begegnung, der Bildung und der Partizipation zu machen.
Freedom of movement! (Aktion am 10.12.11)Am internationalen Tag der Menschenrechte (10.12.), haben wieder vermeintliche marokkanische Soldaten, mit Pappgewehren bewaffnet, ein Teil eines Demozugs besetzt... Durch unsere Beteiligung an der Demo gegen Abschiebehaft und Flughafenknäste (vom S-Bahnhof Spindlersfeld zum Abschiebeknast Grünau) wollten wir sowohl über den Westsaharakonflikt informieren als auch Bleiberecht und Freizügigkeitsrecht für alle Menschen fordern. Neben dem Transparent "Don't occupy... Western Sahara!", waren Plakate wie "Ob Abschiebeknast oder Flüchtlingslager... Freedom of mouvement ist everybody's right!" oder "Sieger: Platz 1 für beständigstes Flüchtlingslager - 36 Jahre Menschenrechtsverletzungen, Ignoranz und Ausbeutung der Sahrauis - verliehen an Marokko und Europa" zu lesen. Und die Rückmeldungen über unsere Aktion zu diesem doch eher unbekannten, letzten Kolonialkrieg Afrikas waren nur positiv. Einige Fotos gibt es hier. Don't occupy... Western Sahara! (Aktion am 12.11.11)Mit Pappgewehren bewaffnet versperrten vermeintliche marokkanische Soldaten am 12.11.2011 den Teilnehmer_innen der Occupy-Demonstration 'Banken in die Schranken' den Weg zum Brandenburger Tor. Sie hielten dabei ein abgesperrtes Gebiet, die Westsahara, besetzt und machten keinen Hehl daraus, dass sie von Frankreich, Spanien und der EU gesponsort wurden.
Ein Transparant und Flyer mit der Aufforderung 'Don't occupy... Westsahara' sorgten schließlich für die nötige Aufklärung. Die Aktion stand nicht im Widerspruch zur Occupy-Bewegung, sondern machte auf den andauernden Westsaharakonflikt und die mit ihm verbundenen wirtschaftlichen Interessen und die Verletzung von Völker- und Menschenrechten durch Marokko aufmerksam. So wurde vor 36 Jahren (14. November 1975) das 'Madrider Abkommen' zwischen Spanien, Marokko und Mauretanien unterzeichnet.
Seitdem und bis zum heutigen Tag...
In diesem Sinne fordert die Projektgruppe Westsahara: 'Don't occupy... Westsahara', denn „Wir sollten uns bewußt darüber sein(…), dass Besetzungen in anderen Ländern gewaltsam und brutal sind. Wir sollten lernen, 'NEIN' zu militärischen Besetzungen zu sagen.“ (Angela Davis, Occupy Wall St. New York, USA, 30. Oktober 2011)
Video: DONT OCCUPY... Kurzbericht: „European Youth Caravan for Western Sahara“Vom 01. bis 15.09.2011 fand eine Karawane statt, bei der junge Leute aus Deutschland, Frankreich und Spanien sowie ein Vertreter der saharauischen Studierendenorganisation (UESARIO) im Rahmen von Veranstaltungen und öffentlichen Aktionen auf den Westsaharakonflikt aufmerksam machten. Am 01.09.2011 starteten wir in einer kleinen Gruppe mit einem Kleinbus und einem Van in Berlin. Ein erstes Treffen gab es am folgenden Tag mit den „“Roten Falken“, einer sozialdemokratischen Jugendorganisation in Wien. Der Austausch fand nicht nur zwischen der Berliner und der Wiener Gruppe statt: Lehbib, der Vertreter der UESARIO, informierte auch über aktuelle Fragen der Menschenrechtsverletzungen in den besetzten Gebieten und die Situation von Jugendlichen in den Flüchtlingslagern. Die roten Falken wollen im nächsten Jahr eine Gruppe saharauischer Kinder, die sich für zwei Monate in Österreich aufhält, zu ihrem Sommercamp einladen und weiter mit der Berliner Gruppe im Kontakt bleiben. Die Karawane erreichte am Sonntag, den 04.09.2011 Genua. Hier trafen wir uns mit Andrea Maschio vom Verein „Tre.ca.sma.“ (www.trecasma.org). Ähnlich wie die „Projektgruppe Westsahara“ existiert dieser Verein noch nicht lange. Er leistet konkrete Unterstützungsarbeit in den Flüchtlingslagern und lokale Bildungsarbeit in Trento zum Westsaharakonflikt. Die Entwicklung von zukünftigen Jugendbegegnungen zwischen saharauischen und europäischen Jugendlichen stand im Mittelpunkt eines informellen Treffens am 05.09.2011 in Marseille mit dem Verein „Une Terre Culturelle“. Dieser organisiert insbesondere Jugendbegegnungen und Seminare mit Anreinerstaaten des Mittelmeers wie Ägypten, Palästinensische Gebiete und Algerien. Die „Projektgruppe Westsahara“ hat bisher zwei Jugendbegegnungen mit Beteiligung saharauischer Jugendlicher organisiert und plant im Frühjahr 2012 zusammen mit der UESARIO eine Jugendbegegnung in den befreiten Gebieten. Am 07.09. trafen wir uns Abends mit ca. 20 Leuten aus Unterstützungsgruppen („Resistencia Saharaui“, und „Associations Catalanes Amigues del Poble Sahraui (acaps) sowie einer Gruppe von Saharauis, die selbst in Barcelona leben. Außerdem beteiligte sich noch ein Dachverband von 90 Jugendorganisationen, der sich ebenfalls für die Saharauis einsetzt („Consejo de la Juventud de Catalunya“). Für uns war es interessant zu erfahren, wie breit die Unterstützung in Katalonien verankert ist und wie vielfältig deren Formen ist. Für den nächsten Tag verabredeten wir eine Aktion in der Innenstadt, bei der wir 35 Leute waren, die sehr lautstark auf den Westsaharakonflikt aufmerksam machten. Wir hatten die Kartonmauer der „Projektgruppe Westsahara“ mit dem Slogan SAHARA LIBRE dabei und verteilten Flugblätter. Wir waren beeindruckt, mit wieviel Power eine solche Aktion sehr spontan organisiert und durchgeführt werden kann! Vier Saharauis, die in Spanien leben, schlossen sich unserer Karawane an. Die nächste Station war am 10.09. eine Veranstaltung eines schweizerischen Vereins, der die Entwicklung von Solarenergie u.a. in den Flüchtlingslagern fördert („L'association pour le developpement des energies renouvelabes“). Dieser Verein stellte seine Ideen in Form eines Film vor und hatte verschiedene Gruppen eingeladen, zusammen eine Informationsveranstaltung zur Westsahara durchzuführen. Mit ca. 60 Leuten war dies die größte Veranstaltung zum Thema, an der wir bisher teilgenommen haben. Wir präsentierten die Arbeit der „Projektgruppe Westsahara“ und die Karawane und Lehbib stellte die UESARIO vor. Wir bekamen dabei u.a. Kontakte zu jungen Leuten in der Schweiz, die sich für den Ausbau von Solarenergie in den Lagern engagieren und uns bei der Installation einer Solaranlage für das Jugendzentrum im Flüchtlingslager Ausserd beraten können. Auf dem Weg nach Straßburg machten wir Halt in Bern, weil sich Lehbib hier mit dem „Verband der Schweizer Studierendenschaften (VSS)“ treffen wollte. Der VSS sagte ihm zu, Kontakte zum europäischen Dachverband der Studiernendenvertretungen und dem der Anreinerstaaten des Mittelmeers zu vermitteln und mit den „Schweizerischen Unterstützungskommitées für die Westsahara“ Kontakt aufzunehmen. In Straßburg, der letzten Etappe der Karawane, kamen noch vier weitere Teilnehmer_innen hinzu. Der 13.09. wurde zur Verständigung über die für den kommenden Tag geplanten Aktivitäten genutzt und zu deren Vorbereitung in Kleingruppen.
Unser Protest wurde jedoch im folgenden stark behindert. Das Zelt durften wir nicht aufbauen und die Behörden hatten für die gleiche Zeit am gleichen Ort sowohl unsere Demo als auch die von syrischen Regimekritiker_innen genehmigt. Damit wurde unser Demostrationsrecht ausgerechnet vor dem EU-Parlament ad absurdum geführt. Da einige Trotzdem dieser letzte Tag für viele unbefriedigend verlief, waren alle Teilnehmenden mit dem Gesamtverlauf, dem Kennenlernen und der Zusammenarbeit im Rahmen der Karawane sehr zufrieden. Wir haben viele neue Kontakte herstellen und uns über Unterstützungsarbeit in verschiedenen Ländern austauschen können. Berlin, 20.09.2011 Willkommen - Salem alaikum - Buenos Dias - SalutWir sind junge Leute aus Treptow-Köpenick, die sich 2009 beim Projekt beGEG(e)Nung (politische Bildung) des alternativen Jugendclub 'Haus der Jugend Köpenick' (das CAFE) als 'Projektgruppe Westsahara' zusammengefunden haben. Im Oktober 2009 fand erstmals ein Jugendaustausch zwischen jungen Sahrauis, die im Flüchtlingslager Ausserd in der Algerischen Wüste leben, und jungen Berliner_innen aus dem Bezirk Treptow-Köpenick statt.
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